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Microsoft Copilot vs. eigene KI-Lösung: Welche Lösung passt zu Ihrem Unternehmen?

· Allgemein

Microsoft Copilot ist inzwischen in vielen IT-Abteilungen angekommen. Die Versprechen klingen überzeugend: KI direkt in Word, Excel, Teams und Outlook. Keine eigene Infrastruktur, wenig Entwicklungsaufwand und ein schneller Einstieg für viele Mitarbeiter.

Trotzdem höre ich von IT-Leitern und Geschäftsführern immer wieder dieselbe Frage: „Reicht uns Microsoft Copilot, oder brauchen wir eine eigene KI-Lösung?“

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Und zwar auf sehr konkrete Dinge: Wo liegen Ihre Daten? Welche Prozesse sollen verbessert werden? Wie sensibel sind die Informationen? Und wie viel individuelle Logik braucht der Anwendungsfall?

Microsoft Copilot und eine eigene KI-Lösung sind deshalb keine direkten Gegenspieler. Sie lösen unterschiedliche Probleme. Die entscheidende Frage ist nicht, welche Technologie besser ist, sondern welche Lösung zum jeweiligen Geschäftsprozess passt.

Was Microsoft Copilot gut kann

Microsoft Copilot ist besonders stark bei Aufgaben, die direkt in Microsoft 365 stattfinden. Wer bereits mit Word, Excel, Teams, Outlook und PowerPoint arbeitet, bekommt KI-Unterstützung dort, wo die tägliche Arbeit ohnehin stattfindet.

  • E-Mail-Entwürfe und Zusammenfassungen in Outlook
  • Meeting-Zusammenfassungen und Gesprächsvorbereitung in Teams
  • Präsentationen aus Stichpunkten in PowerPoint
  • Analysen und Unterstützung bei Tabellen in Excel
  • Zusammenfassungen und Textarbeit in Word

Das funktioniert schnell und ohne eigenes KI-Entwicklungsprojekt. Für viele Büroaufgaben kann Copilot deshalb einen echten Produktivitätsgewinn bringen.

Wenn ein Unternehmen hauptsächlich Microsoft 365 nutzt und generische Aufgaben im Büro beschleunigen möchte, ist Copilot häufig der sinnvollste erste Schritt. Man muss nicht für jede KI-Anforderung eine eigene Software entwickeln.

Wo Microsoft Copilot an Grenzen kommt

Interessant wird die Entscheidung, sobald die Anforderungen über klassische Büroarbeit hinausgehen. Denn viele Unternehmen haben ihre wichtigsten Informationen und Prozesse längst nicht ausschließlich in Microsoft 365.

Eigene Datenquellen. Was passiert mit Informationen aus ERP, CRM, DMS, Fachanwendungen oder Datenbanken? Microsoft bietet verschiedene Möglichkeiten, weitere Datenquellen anzubinden und Copilot zu erweitern. Copilot kennt SharePoint und Mails gut. Sobald Unternehmenswissen aus ERP, altem DMS oder Fachanwendungen dazukommt, ist eine individuelle Wissensdatenbank oft der passendere Weg.

Spezifische Prozesse. Copilot kann eine E-Mail zusammenfassen. Aber was passiert, wenn eine eingehende Rechnung gegen eine Bestellung geprüft, mit einem Lieferschein abgeglichen, bei Abweichungen markiert und anschließend an die richtige Stelle weitergeleitet werden soll? Oder wenn eine Schadenmeldung klassifiziert, auf Vollständigkeit geprüft und anschließend in ein Fachsystem übernommen werden muss?

Solche Prozesse bestehen aus mehreren Schritten, Regeln, Datenquellen und Entscheidungen. Dafür reicht ein allgemeiner KI-Assistent häufig nicht aus. Hier braucht es individuelle Prozessautomatisierung: KI dort, wo unstrukturierte Daten ankommen, klassische Integration dort, wo Regeln reichen.

Datenschutz und Compliance. Auch die Frage nach der Datenverarbeitung muss zum Anwendungsfall passen. Microsoft Copilot arbeitet innerhalb der Microsoft-Cloud und bringt entsprechende Sicherheits- und Compliance-Funktionen mit. Das kann für viele Unternehmen ausreichend sein. Bei besonders sensiblen Daten oder strengen regulatorischen Anforderungen kann jedoch eine andere Architektur notwendig sein, etwa eine eigene Cloud-Umgebung, eine abgeschottete Infrastruktur oder ein lokal betriebenes Modell.

Wichtig ist dabei: Eine eigene KI-Lösung ist nicht automatisch datenschutzfreundlicher. Entscheidend ist, wo Daten verarbeitet werden, welche Anbieter beteiligt sind, welche Zugriffsrechte bestehen und wie die gesamte Architektur abgesichert ist.

Kosten und Nutzerzahl. Bei Copilot entstehen in der Regel nutzerbezogene Lizenzkosten. Bei einer größeren Belegschaft kann deshalb die Frage entstehen, ob tatsächlich jeder Mitarbeiter einen eigenen Copilot-Zugang benötigt oder ob eine individuelle KI-Lösung für einen bestimmten Prozess wirtschaftlicher ist.

Umgekehrt darf man bei einer eigenen Lösung die Entwicklungs-, Betriebs- und Wartungskosten nicht unterschätzen. Eine faire Kostenbetrachtung muss deshalb immer den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen.

Was eine individuelle KI-Lösung bietet

Eine maßgeschneiderte KI-Lösung ist kein Ersatz für Microsoft Copilot. Sie löst ein anderes Problem. Während Copilot die allgemeine Produktivität innerhalb der Microsoft-Welt steigert, kann eine individuelle Lösung gezielt einen bestimmten Geschäftsprozess automatisieren oder einen KI-Agenten für eine konkrete Aufgabe bereitstellen.

Zugriff auf mehrere Datenquellen. Eine individuelle Lösung kann Daten aus SharePoint, ERP, CRM, DMS, Datenbanken und APIs in einem Prozess zusammenführen. Dadurch entsteht ein unternehmensspezifischer Kontext, der weit über ein einzelnes Dokument oder eine einzelne Anwendung hinausgehen kann.

Prozessverständnis. Sie definieren die Regeln. Welche Dokumente gehören zusammen? Welche Prüfschritte sind notwendig? Welche Informationen müssen extrahiert werden? Wann darf automatisch entschieden werden? Wann muss ein Mitarbeiter freigeben?

Die KI wird dadurch Teil eines konkreten Geschäftsprozesses und nicht nur ein allgemeiner Assistent.

Kontrolle über Daten und Architektur. Bei einer eigenen Lösung können Sie festlegen, wo Daten verarbeitet werden und welche Modelle zum Einsatz kommen. Je nach Anforderung kann das eine Cloud-Infrastruktur, eine abgeschottete Umgebung, ein eigener Server oder auch ein lokal betriebenes Modell sein.

Individuelle Integration. Ein eigener KI-Agent kann nicht nur Antworten erzeugen. Er kann Informationen aus bestehenden Systemen abrufen, Dokumente analysieren, Daten strukturieren und anschließend definierte Aktionen auslösen. Genau hier entsteht häufig der größere wirtschaftliche Nutzen.

Copilot oder eigene KI-Lösung: Die Entscheidungshilfe

Nicht jedes Unternehmen braucht eine eigene KI-Lösung. Und nicht jedes Unternehmen kommt mit Copilot allein aus. Diese Fragen helfen bei der ersten Einordnung:

Wo liegen die wichtigsten Daten?

Copilot reicht oft: Die relevanten Informationen liegen überwiegend in Microsoft 365
Eigene Lösung interessant: Daten müssen aus ERP, CRM, DMS, Datenbanken oder Fachanwendungen kombiniert werden

Welche Prozesse sollen verbessert werden?

Copilot reicht oft: E-Mails, Dokumente, Präsentationen und Meetings
Eigene Lösung interessant: Dokumentenverarbeitung, Prüfungen, Routing, Entscheidungen und Workflows

Wie sensibel sind die Daten?

Copilot kann reichen: Normale Geschäfts- und Bürodaten mit passenden Sicherheitsvorgaben
Eigene Architektur prüfen: Besonders sensible, regulierte oder stark abgeschottete Daten

Wie viele Nutzer brauchen KI?

Copilot kann reichen: Viele Mitarbeiter sollen allgemeine Aufgaben schneller erledigen
Eigene Lösung interessant: Wenige Nutzer bearbeiten einen klar definierten, wertschöpfenden Prozess

Wie wichtig sind Nachvollziehbarkeit und Prozesskontrolle?

Copilot kann reichen: Unterstützung bei individuellen Wissens- und Produktivitätsaufgaben
Eigene Lösung interessant: Dokumentierte Prozessschritte, definierte Entscheidungen, Auditierbarkeit und Freigaben

Es muss kein Entweder-oder sein

In der Praxis ist die beste Lösung häufig eine Kombination aus Microsoft Copilot und individuellen KI-Anwendungen.

Copilot kann die allgemeine Produktivität im Büro verbessern. Eine eigene KI-Lösung kann sich gleichzeitig um die zwei oder drei Prozesse kümmern, bei denen tatsächlich ein großer wirtschaftlicher Hebel besteht.

Ein Versicherungsunternehmen kann Copilot beispielsweise für E-Mails, Dokumente und Meeting-Zusammenfassungen einsetzen. Die Verarbeitung von Schadensmeldungen kann dagegen über eine individuelle Dokumenten-KI laufen, die Meldungen klassifiziert, relevante Daten extrahiert, auf Vollständigkeit prüft und die Informationen an das Fachsystem übergibt.

Ein Logistikunternehmen kann Copilot für Berichte und Zusammenfassungen nutzen. Die Rechnungsprüfung gegen Bestellungen und Lieferscheine kann dagegen über eine individuelle Automatisierung laufen, weil dort mehrere Systeme und spezifische Geschäftsregeln zusammenspielen.

Genau diese Kombination ist häufig sinnvoller als die Frage „Copilot oder eigene KI?“ isoliert zu betrachten.

Was kostet Microsoft Copilot im Vergleich zu einer eigenen KI-Lösung?

Die Kostenfrage lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei Microsoft Copilot sind die Lizenzkosten vergleichsweise einfach zu kalkulieren. Bei einer eigenen KI-Lösung müssen dagegen Entwicklung, Infrastruktur, Modellkosten, Integration und laufender Betrieb berücksichtigt werden.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht der Preis pro Nutzer oder pro API-Aufruf. Entscheidend ist der Business Case.

Wenn 300 Mitarbeiter mit Copilot jeweils nur wenige Minuten pro Tag sparen, kann die Investition trotzdem sinnvoll sein. Wenn dagegen ein individueller KI-Agent einen zeitaufwendigen Prozess für fünf Sachbearbeiter automatisiert und Fehler reduziert, kann eine eigene Lösung wirtschaftlich attraktiver sein.

Die richtige Frage lautet deshalb: Welche Lösung erzeugt für diesen konkreten Prozess den größeren messbaren Nutzen?

Wann lohnt sich eine eigene KI-Lösung?

Eine individuelle KI-Lösung wird besonders interessant, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:

  • Der Prozess ist für das Unternehmen wirtschaftlich relevant.
  • Mehrere interne Datenquellen müssen miteinander kombiniert werden.
  • Es gibt klare Regeln und wiederkehrende Prozessschritte.
  • Dokumente müssen automatisch klassifiziert, extrahiert oder geprüft werden.
  • Die KI soll Aktionen in bestehenden Systemen auslösen.
  • Ein hoher manueller Aufwand soll reduziert werden.
  • Die Anforderungen an Datenhaltung, Zugriffsrechte oder Compliance gehen über einen Standardassistenten hinaus.

Wenn dagegen hauptsächlich E-Mails, Meetings, Präsentationen, Texte und Tabellen schneller bearbeitet werden sollen, ist Microsoft Copilot häufig der einfachere und sinnvollere Einstieg.

So finden Sie heraus, was für Ihr Unternehmen passt

Bevor Sie Copilot-Lizenzen für die gesamte Belegschaft kaufen oder direkt ein eigenes KI-Entwicklungsprojekt starten, sollten Sie zuerst verstehen, wo der größte Hebel liegt.

Bei Pilicore gehe ich deshalb nicht von der Technologie aus, sondern vom Prozess.

  1. Discovery. Wir schauen uns Ihre konkreten Prozesse an. Welche Dokumente fließen wohin? Wo werden Daten manuell übertragen? Wo warten Vorgänge auf Freigaben? Welche Systeme sind beteiligt?
  2. Bewertung. Für jeden relevanten Prozess prüfen wir, ob Microsoft Copilot ausreicht, ob eine individuelle KI-Lösung sinnvoll ist oder ob klassische Automatisierung die bessere Lösung wäre.
  3. Proof of Concept. Für den vielversprechendsten Use Case bauen wir einen funktionierenden Prototyp. Kein Slide Deck, sondern echte Software, die mit realistischen Daten und dem tatsächlichen Prozess arbeitet.

Danach haben Sie eine fundierte Grundlage für die Entscheidung. Nicht basierend auf Marketing-Versprechen, sondern auf Ihren eigenen Prozessen, Daten und wirtschaftlichen Anforderungen.

Fazit: Copilot oder eigene KI?

Microsoft Copilot ist für viele Unternehmen ein sinnvoller Einstieg in generative KI. Besonders dann, wenn die Mitarbeiter hauptsächlich mit Microsoft 365 arbeiten und allgemeine Produktivitätsaufgaben beschleunigt werden sollen.

Eine eigene KI-Lösung lohnt sich dagegen dort, wo es um spezifische Geschäftsprozesse, mehrere Datenquellen, individuelle Regeln, Automatisierung oder besondere Anforderungen an Daten und Prozesskontrolle geht.

Und häufig ist die beste Antwort weder Copilot noch eigene KI, sondern beides.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: „Welche KI sollen wir kaufen?“ Sondern: „Welches konkrete Problem wollen wir mit KI lösen und welche Architektur passt dazu?“

Genau diese Frage sollte am Anfang jedes KI-Projekts stehen.

Stehen Sie vor der Frage, ob sich Microsoft Copilot für Ihr Unternehmen rechnet oder ob eine maßgeschneiderte Lösung für interne Daten und Prozesse besser passt? In 15 Minuten kläre ich unverbindlich, welcher Weg zu Ihrer IT-Architektur passt. Zum Erstgespräch.

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